Warum die Immobilienbranche mehr für das Image von Gebäuden tun sollte

Es ist wesentlich einfacher, einen Kunden zu halten, als einen neuen zu gewinnen – eine altbekannte Marketingweisheit. In der Immobilienbranche wird sie allerdings kaum umgesetzt: Sobald ein neues Objekt gut vermietet ist, steht meist der gewinnbringende Verkauf an. Ob die Mieter über viele Jahre zufrieden sein werden und damit einer hohen Fluktuation entgegenwirken, spielt kaum eine Rolle.

Nicht jeder vertriebsorientierte Manager hat ein Gespür für den Aufbau und den Wert eines langfristigen, positiven Images einer Immobilie. Sofort messbar ist nämlich nicht, ob Maßnahmen der Mieterbindung zum Erfolg beitragen. Über einen längeren Zyklus betrachtet wirken sie sich aber sicher auf gute Geschäftsbeziehungen und Mietverlängerungen aus und sorgen so für ausgelastete Immobilien.

Wenn sich zufriedene Nutzer positiv über ein Produkt äußern, ist dies besonders glaubwürdig. Wenn sich also Büronutzer positiv über „ihr“ Bürogebäude äußern, werden sie zu wichtigen Markenbotschaftern. Die Grundvoraussetzungen müssen natürlich stimmen. Schlechte Lage, ungünstige Grundrisse oder mangelhafte Sauberkeit kann man nicht mit Marketingideen kompensieren. Wer allerdings auf solider Basis seinen Mietern einen zusätzlichen Nutzen bietet, steigert die Identifikation mit der Immobilie und deren Reputation.

Zu empfehlen ist in jedem Fall ein enger Austausch mit den Nutzern, um stets über Bedürfnisse oder auch Unzufriedenheit informiert zu sein. Darüber hinaus können u.a. Sommerfeste oder Weihnachtsmärkte einen Mehrwert für die Mieter schaffen, da dort Networking stattfindet, durch das neue Bekanntschaften und Freundschaften entstehen können.

Gute Maßnahmen der Mieterbindung sind zunächst eine Investition. Aber man muss diese im Verhältnis zu den Bemühungen und Kosten sehen, einen neuen Mieter zu finden. Wer langfristig so denkt, hat entsprechende Budgets und wird erfolgreich sein.